BIO, Regelung

Bio-Biere, konventioneller Hopfen und Ausnahmeregelungen: eine Bestandsaufnahme

Da nicht alle Hopfen aus ökologischem Anbau stammen UND die Verfügbarkeit im Allgemeinen geringer ist als erforderlich, wurde eine Ausnahmeregelung eingeführt, die es den Brauereien ermöglicht, ihre Biere mit ihren Rezepten und dem Bio-Siegel herzustellen, auch wenn der Hopfen nicht aus ökologischem Anbau stammt. Aber...

Was das Gesetz sagt

Artikel 25 gibt den Rahmen vor

Zulassung nichtökologischer landwirtschaftlicher Zutaten in verarbeiteten ökologischen Lebensmitteln durch die Mitgliedstaaten

1. Wenn es erforderlich ist, um den Zugang zu bestimmten landwirtschaftlichen Zutaten zu gewährleisten, und wenn diese Zutaten nicht in ausreichender Menge in ökologischer/biologischer Form verfügbar sind, kann ein Mitgliedstaat auf Antrag eines Unternehmers die Verwendung nichtökologischer/ nichtbiologischer landwirtschaftlicher Zutaten für die Herstellung verarbeiteter ökologischer/biologischer Lebensmittel in seinem Hoheitsgebiet für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten vorläufig zulassen. Diese Genehmigung gilt für alle Marktteilnehmer in diesem Mitgliedstaat.

2. (2) Der betreffende Mitgliedstaat unterrichtet die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten unverzüglich über jede für sein Hoheitsgebiet gemäß Absatz 1 erteilte Genehmigung, und zwar über ein von der Kommission zur Verfügung gestelltes computergestütztes System für den Austausch von Dokumenten und Informationen.

3. (3) Der betreffende Mitgliedstaat kann die in Absatz 1 vorgesehene Ermächtigung um höchstens zwei Zeiträume von jeweils sechs Monaten verlängern, sofern kein anderer Mitgliedstaat Einwände erhoben hat , indem er mit Hilfe des in Absatz 2 genannten Systems angibt , dass diese Zutaten in ausreichender Menge in ökologischer/biologischer Form verfügbar sind.

4. (2) Eine Kontrollbehörde oder eine gemäß Artikel 46 Absatz 1 anerkannte Kontrollstelle kann Marktteilnehmern aus Drittländern, die eine solche Genehmigung beantragen und von dieser Kontrollbehörde oder Kontrollstelle kontrolliert werden, für höchstens sechs Monate eine vorläufige Genehmigung im Sinne von Absatz 1 des vorliegenden Artikels erteilen, sofern die Bedingungen des genannten Absatzes in dem betreffenden Drittland erfüllt sind. Die Genehmigung kann höchstens zweimal um jeweils sechs Monate verlängert werden.

5. Ist ein Mitgliedstaat nach zweimaliger Verlängerung einer vorläufigen Zulassung auf der Grundlage objektiver Informationen der Auffassung, dass die Verfügbarkeit dieser Zutaten in ökologischer/biologischer Form immer noch nicht ausreicht, um den qualitativen und quantitativen Bedarf der Marktteilnehmer zu decken, kann er bei der Kommission einen Antrag gemäß Artikel 24 Absatz 7 stellen.

Artikel 24 Absatz 7.

(3) Ist ein Mitgliedstaat der Auffassung, dass ein Erzeugnis oder ein Stoff in die Listen der zugelassenen Erzeugnisse und Stoffe gemäß den Absätzen 1 und 2 aufgenommen oder daraus gestrichen werden sollte oder dass die in den Produktionsvorschriften genannten Spezifikationen für die Verwendung geändert werden sollten, so sorgt er dafür, dass der Kommission und den anderen Mitgliedstaaten offiziell ein Dossier mit den Gründen für die Aufnahme, die Streichung oder die sonstigen Änderungen übermittelt und veröffentlicht wird, wobei die Rechtsvorschriften der Union und der Mitgliedstaaten zum Datenschutz einzuhalten sind.

Quellen:

Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/FR/TXT/?uri=CELEX%3A32018R0848#d1e4074-1-1

Was der Markt sagt

Der Großhandel mit Bioprodukten verlangt zunehmend, dass alle Zutaten der von ihm vertriebenen Biere aus ökologischem Anbau stammen.

Auch immer mehr Bio-Brauereien entscheiden sich für eine 100 %ige Bio-Beschaffung, trotz der Schwierigkeiten bei der Beschaffung und der begrenzten Auswahl an Sorten.

Und das ist auch verständlich: Wenn man sich als Verbraucher für ein Produkt mit einem Bio-Siegel entscheidet, weiß man zu schätzen, dass es tatsächlich biologisch ist. Nicht nur aus rechtlicher Sicht (Toleranz von 5 % nichtökologischer Zutaten in Produkten mit dem Bio-Siegel, wenn eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird), sondern wirklich in der Zusammensetzung.

Die Verfügbarkeit von zertifiziertem Bio-Hopfen auf dem Markt ändert sich allmählich. Die Anbauflächen nehmen zu, und die Zahl der verfügbaren Sorten steigt. Innerhalb von drei Jahren dürfte das Angebot die Nachfrage nach den am häufigsten verwendeten Sorten decken. Das ist sehr ermutigend!

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